Neubaur warnt: Deepfakes als neue Form digitaler Gewalt brauchen strengere Gesetze
Hans-Theo KuhlNeubaur warnt: Deepfakes als neue Form digitaler Gewalt brauchen strengere Gesetze
Mona Neubaur, stellvertretende Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, hat sich zur wachsenden Bedrohung durch den Missbrauch von Deepfakes geäußert. Sie lobte die Schauspielerin Collien Fernandes dafür, dass sie öffentlich über ihre Erfahrungen mit manipulierten Bildern gesprochen hat. Neubaur bezeichnete das Problem als dringend und warnte, dass die aktuellen Gesetze Opfer nicht ausreichend schützen.
Neubaur nannte Fernandes eine "mutige Frau", deren Entscheidung, sich zu äußern, ein wichtiges Beispiel setze. Sie betonte, dass Deepfakes längst kein seltenes Problem mehr seien, sondern eine weitverbreitete Form digitaler Gewalt. Die Politikerin kritisierte die zögerliche Reaktion Deutschlands und verwies auf erhebliche rechtliche Lücken bei der Ahndung solcher Fälle.
Die aktuellen deutschen Gesetze erfassen lediglich Beleidigung oder Verstöße gegen das Recht am eigenen Bild. Anders als in Spanien, wo die Verbreitung von Deepfakes mit ein bis zwei Jahren Haft bestraft werden kann, ahndet das deutsche Recht die Erstellung pornografischer Deepfakes nicht automatisch – es sei denn, sie werden verbreitet oder beinhalten Minderjährige. Während Spanien bereits Bußgelder verhängt hat, darunter eine Strafe in Höhe von 2.000 Euro im Jahr 2025, hat der deutsche Bundesjustizminister erst Pläne angekündigt, die Gesetzgebung bis 2026 zu reformieren.
Neubaur forderte umfassendere Änderungen, darunter Reformen des Sexualstrafrechts. Sie argumentierte, dass digitale und physische Gewalt rechtlich gleichgestellt werden müssten. Zudem schlug sie vor, spezialisierte Gerichte für Sexualstraftaten einzurichten – sowohl für Online- als auch für Offline-Delikte –, ähnlich wie sie in Spanien bereits existieren.
Die Äußerungen der stellvertretenden Ministerpräsidentin unterstreichen die Notwendigkeit schnellerer gesetzlicher Maßnahmen in Deutschland. Ohne strengere Gesetze bleiben Opfer von Deepfake-Missbrauch schutzlos. Spaniens härtere Strafen und spezialisierte Gerichte könnten als Vorbild dienen, um das Problem wirksamer anzugehen.






