28 February 2026, 20:10

Rechtsextremismus wird jünger: Wie Neonazis Jugendliche im Netz ködern

Eine Gruppe von Menschen mit einer Schildern mit der Aufschrift "Öffne die Grenzen, rette Leben, bekämpfe Faschismus" vor einem Gebäude mit Glasfenstern und einem Pfahl, mit einem Fahrrad und einer Tasche auf der Straße.

Rechtsextremismus wird jünger: Wie Neonazis Jugendliche im Netz ködern

Rechtsextremismus in Deutschland wird jünger und verlagert sich ins Internet

Seit der Coronavirus-Pandemie hat sich der Rechtsextremismus in Deutschland verjüngt und ist zunehmend ins Netz abgewandert. Die Behörden in Nordrhein-Westfalen beobachten mit Sorge eine wachsende Radikalisierung unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Einige dieser Gruppen nutzen inzwischen soziale Medien und Kampfsport, um neue Mitglieder anzuwerben.

Ein 13-Jähriger aus Köln wurde zum Gesicht einer Chatgruppe, in der Anleitungen zum Bombenbau geteilt wurden. Die Gruppe hetzte zudem zu Gewalt gegen Juden und Afrikaner. Unterdessen plante ein 16-Jähriger in Essen ein Schulmassaker, das nur durch den Einsatz eines SEK der Polizei verhindert werden konnte.

Neonazi-Organisationen wie Jung & Stark, Störtrupp und Deutsche Jugend voran konzentrieren sich fast ausschließlich auf die Rekrutierung von Unter-23-Jährigen. Sie verbreiten Hass gegen Muslime, die LGBTQ+-Community und Migranten. Diese Gruppen ködern junge Männer über sogenannte Active Clubs, die Freizeitaktivitäten im Freien und Kampfsport anbieten – eine Mischung aus Ideologie und dem Versprechen von Gemeinschaft.

Die sogenannte Neue Rechte gibt sich bürgerlich, steht aber weiterhin unter Beobachtung der Regierung. Obwohl sie offene Gewalt meidet, transportiert ihre Rhetorik weiterhin rechtsextremes Gedankengut. In Online-Echokammern wird der Hass zusätzlich geschürt, selbst Massenmörder wie Anders Breivik werden dort aufgrund ihrer "Opferzahlen" verherrlicht.

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Hanna Hansen, eine ehemalige Boxerin, Model und Designerin, hat sich als zentrale Figur der islamistischen Szene in der Region etabliert. Mit über 200.000 Followern steht sie für einen anderen, aber ebenso besorgniserregenden Trend der Online-Radikalisierung. Gleichzeitig bedienen sich rechtsextreme Gruppen Themen wie Volk, Heimat und Rasse, um junge Männer auf der Suche nach Identität und Sinn anzusprechen.

Besonders gefährdet sind Jugendliche ohne stabiles soziales Umfeld. Anwerber sprechen sie gezielt bei Demonstrationen, Stadionbesuchen oder mit dem Versprechen gewalttätiger "Aktion" an.

Die Verjüngung und Digitalisierung der Radikalisierung stellt die Ausländerbehörden vor neue Herausforderungen. Rechtsextreme Gruppen in Nordrhein-Westfalen passen ihre Strategien ständig an und nutzen sowohl soziale Medien als auch reale Aktivitäten, um ihre Ideologien zu verbreiten. Polizei und Nachrichtendienste bleiben wachsam, während sich die Rekrutierungsmethoden weiterentwickeln.