11 April 2026, 00:16

Regionalverkehr in Deutschland kämpft um finanzielle Überlebenschancen

Offenes Buch mit detaillierten Zeichnungen und Texten eines Eisenbahnsystems, einschließlich einer Eisenbahnschienen-Illustration.

Regionalverkehr in Deutschland kämpft um finanzielle Überlebenschancen

Regionalverkehr in Deutschland steht unter wachsendem Finanzdruck

Die regionalen Bahnverbindungen in Deutschland kämpfen mit steigenden Kosten, während die Finanzierung kaum Schritt hält. Eine entscheidende rechtliche Weichenstellung zu den Trassengebühren, die bis Mitte 2026 erwartet wird, könnte die Ausgaben weiter in die Höhe treiben – mit dem Risiko weiterer Streichungen oder sogar Insolvenzen von Betreibern. Hinter der Krise stecken langjährige Finanzierungslücken und ein System, das die Schiene im Vergleich zu Bussen benachteiligt.

Die Probleme begannen, als die Verantwortung für den Regionalverkehr vom Bund auf die Länder überging. Nach der Umwandlung der Bundes- und Landesbahnen in eine Aktiengesellschaft wurden die regionalen Leistungen zwar den Bundesländern übertragen – doch die Mittel hielten mit der Inflation nicht mit. Die Betreiber sehen sich nun mit steigenden Kosten konfrontiert, ohne dass die finanziellen Zuwendungen entsprechend angepasst wurden.

Jeder Zug, der die bundeseigenen Gleise nutzt, muss eine Infrastrukturabgabe entrichten – eine Umlage, die Busse vollständig umgehen. Diese Belastung hat bereits dazu geführt, dass einige Unternehmen ihr Angebot reduzieren mussten. In Nordrhein-Westfalen strich National Express die Verbindung Aachen–Hamm, da vertraglich nicht abgedeckte Kostensteigerungen die Wirtschaftlichkeit gefährdeten.

Die Lage spitzte sich 2021 weiter zu, als Abellio, eine Tochter der niederländischen Staatsbahn, in Deutschland Insolvenz anmelden musste. Sollte der Europäische Gerichtshof (EuGH) die bestehende Obergrenze für Trassengebühren kippen, könnten die Kosten für den Regionalverkehr noch weiter explodieren. Betreiber stünden dann vor der Wahl, entweder weitere Strecken stillzulegen oder in die Pleite zu rutschen.

Währenddessen ist das Deutschland-Ticket – der bundesweite Nahverkehrs-Tarif – bis 2030 gesichert. Ab 2027 wird sein Preis indexgebunden angepasst, was zumindest etwas Planungssicherheit bietet. Doch die finanziellen Probleme des Regionalverkehrs bleiben ungelöst, zumal landeseigene Unternehmen Rollmaterial an Betreiber verleasen – zu zusätzlichen Kosten.

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Die anstehende EuGH-Entscheidung zu den Trassengebühren wird die Zukunft des Regionalverkehrs maßgeblich prägen. Fällt die Deckelung weg, drohen den Betreibern noch höhere Belastungen – mit der Gefahr weiterer Kürzungen oder sogar des finanziellen Kollapses. Das Urteil wird zeigen, ob die Schiene langfristig wettbewerbsfähig bleibt oder ob der Bus als günstigere Alternative weiter an Boden gewinnt.

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