Rekord-CSD in Cottbus: 1.000 Menschen trotzen rechtsextremer Feindseligkeit und fordern mehr Schutz

Ariane Holzapfel
Ariane Holzapfel
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Eine große Gruppe von Menschen bei einer LGBTQ+-Rechtsdemo in Berlin, die Fahnen und Plakate schwenken, mit Gebäuden, einem Kran und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.Ariane Holzapfel

Rekord-CSD in Cottbus: 1.000 Menschen trotzen rechtsextremer Feindseligkeit und fordern mehr Schutz

Cottbus verzeichnete am Wochenende die größte Christopher-Street-Day-(CSD)-Parade seiner Geschichte – rund 1.000 Menschen nahmen teil. Die Veranstaltungen heute in der Nähe fanden vor dem Hintergrund einer Reihe queerenfeindlicher Angriffe in Brandenburg und wachsender Sorge über rechtsextreme Feindseligkeit statt. Trotz der Herausforderungen blieben Organisator:innen und Teilnehmer:innen entschlossen in ihrem Aufruf zu Akzeptanz und Schutz.

Der Umzug begann mit einer 20 Meter langen Regenbogenflagge an der Spitze, angeführt von der Dragqueen Miss Cherry Moonshine und einem Storch in roten Hosen, der einen Korb mit Kondomen trug. Reden in mehreren Sprachen betonten internationale Solidarität und unterstrichen die Botschaft gegen Hass und Einschüchterung.

Etwa 200 Unterstützer:innen reisten aus anderen Städten an, um sich dem Marsch anzuschließen. Ein Shuttlebus wurde organisiert, um sie vor möglichen rechtsextremen Übergriffen zu schützen. Die Organisator:innen hatten in diesem Jahr Schwierigkeiten, genug freiwillige Ordner:innen zu finden – viele fürchteten Repressalien, ein Zeichen für das sich verschlechternde Klima für queere Menschen in der Region.

Zwei rechtsextreme Gegenkundgebungen waren angemeldet, doch nur rund 90 Personen erschienen. Sie schlossen sich zu einer einzigen Demonstration zusammen und zeigten ein Transparent mit der Aufschrift "Unsere Stadt bleibt straight". Unterdessen forderte die CSD-Menge mehr gesellschaftliche Akzeptanz und eine Erhöhung des Budgets für den Queer-Aktionsplan Brandenburg von 224.000 auf 500.000 Euro.

Die Veranstaltung folgte auf jüngste Vorfälle, darunter beschädigte Regenbogenflaggen am Sitz der Organisator:innen und einen mutmaßlichen Brandanschlag auf das queere Zentrum Regenbogenkombinat in der vergangenen Woche. Seit Jahresbeginn wurden in Brandenburg sechs queerenfeindliche Angriffe registriert – einige LGBTQ+-Bewohner:innen ziehen nun in Erwägung, Cottbus zu verlassen.

Der CSD Cottbus 2025 verzeichnete eine Rekordbeteiligung und setzte damit ein klares Zeichen gegen die zunehmende Feindseligkeit. Die Teilnehmer:innen forderten stärkere Schutzmaßnahmen und mehr Förderung, während die queere Community der Stadt weiterhin unter dem Druck rechtsextremer Gegner steht. Der Erfolg der Veranstaltungen heute – trotz der Bedrohungen – unterstrich die Entschlossenheit all jener, die für Gleichberechtigung kämpfen.

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