Stuttgart kämpft um grünes Erbe: Vorgärten im Afrika-Viertel sollen bleiben
Olav RuppertStuttgart kämpft um grünes Erbe: Vorgärten im Afrika-Viertel sollen bleiben
Stuttgart will historischen Charme des "Afrika-Viertels" in Nippes bewahren
Die Stadt Stuttgart unternimmt Schritte, um den historischen Charme ihres "Afrika-Viertels" im Stadtteil Nippes zu schützen. Geplant ist ein Verbot für Hauseigentümer, Vorgärten in neue Parkplätze umzuwandeln. Mit dieser Maßnahme hofft die Stadt, die grünen Flächen und das traditionelle Flair des Viertels zu erhalten.
Aktuell dürfen Hauseigentümer in Nordrhein-Westfalen ihre Vorgärten ohne besondere Genehmigung in Parkplätze umwandeln. Der neue Vorschlag Stuttgarts würde dies für mehrere Straßen im Stadtteil Nippes ändern. Die Stadtverwaltung will damit den weiteren Verlust von Grünflächen stoppen, die im Laufe der Jahre zunehmend verschwunden sind.
Die geplante Baunutzungsverordnung sieht vor, dass bestehende Parkplätze und Zufahrten erhalten bleiben – rückwirkende Sanktionen soll es nicht geben. Allerdings wird das Versiegeln neuer Flächen für nicht zwingend notwendige Zugänge verboten. Der Stuttgarter Ausschuss für Stadtentwicklung wird den Vorschlag im März prüfen.
Nicht alle unterstützen den Plan. Der Haus- und Grundbesitzerverband Stuttgart kritisiert die Regelung als ungerechtfertigte Einschränkung des Eigentumsrechts. Die Vereinigung argumentiert, die Verordnung setze ein beispielloses und ungerechtfertigtes rückwirkendes Regelwerk in Kraft.
Falls der Vorschlag angenommen wird, gelten die neuen Regeln nur für künftige Veränderungen – bestehende Parkplätze bleiben unangetastet. Ziel der Stadt ist es, das historische Erscheinungsbild des Viertels zu wahren und gleichzeitig die Anliegen der Anwohner zu berücksichtigen. Eine endgültige Entscheidung fällt nach der Ausschusssitzung im nächsten Monat.






