26 January 2026, 20:29

VIK schlägt staatliche Wasserstoff-Midstreamer für mehr Investitionssicherheit vor

Drei Autos nebeneinander auf einem Parkplatz geparkt, mit einem Maschendrahtzaun dahinter und Gras auf der rechten Seite, auf einem der Autos steht der Text Wasserstoff-betriebenes Fahrzeug.

VIK schlägt staatliche Wasserstoff-Midstreamer für mehr Investitionssicherheit vor

Der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) hat einen neuen Plan vorgelegt, um die deutsche Wasserstoffwirtschaft anzukurbeln. Im Mittelpunkt des Vorschlags steht die Schaffung staatlich gestützter "Wasserstoff-Midstreamer" – Vermittlungsinstanzen, die Erzeuger mit Verbrauchern verbinden und gleichzeitig Investitionsrisiken verringern sollen. Damit will der Verband die stockende Entwicklung der Wasserstoffnutzung in Schlüsselbranchen wiederbeleben.

Laut dem am 20. Januar 2026 vorgestellten Konzept des VIK würden diese Midstreamer eine ähnliche Rolle einnehmen wie einst Ruhrgas und Thyssengas in den Anfängen des Erdgasmarktes. Durch die Bündelung von Lieferverträgen und die Übernahme finanzieller Risiken sollen sie die Lücke zwischen hohen Produktionskosten und den Zahlungsbereitschaft der Abnehmer schließen. Staatliche Subventionen, etwa über ein Contract-for-Difference-Modell (CfD), könnten die Differenz ausgleichen.

Die Branchenvereinigung betont, dass die Midstreamer in der ersten Phase technologieneutral agieren müssten. Dies würde verschiedene CO₂-arme Wasserstoffarten ermöglichen und Flexibilität während der Markteinführung gewährleisten. Um langfristige Investitionen zu sichern, fordert der VIK zudem einen Fördermechanismus, der Planungssicherheit für mindestens ein Jahrzehnt garantiert.

Die Kosten bleiben jedoch ein zentrales Hindernis: Grüner, per Elektrolyse hergestellter Wasserstoff, der den RFNBO-Standards entspricht, ist deutlich teurer als erdgasbasierte Alternativen. Steigende Strompreise, hohe Infrastrukturkosten und regulatorische Auflagen treiben die Ausgaben weiter in die Höhe. Der VIK schätzt, dass die Subventionierung von nur einer Million Tonnen Wasserstoff pro Jahr Milliarden an öffentlichen Mitteln erfordern würde.

Während der Verkehrssektor von der Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote) profitiert, die die Mehrkosten für Wasserstoff fast ausgleicht, fehlt der Industrie ein vergleichbarer Anreiz. Ohne eine solche Förderung bleibe der wirtschaftliche Anreiz für den Umstieg auf Wasserstoff für viele Unternehmen schwach, warnt der VIK.

Der Vorschlag skizziert einen strukturierten Fahrplan, um die Wasserstoffnutzung hochzufahren – mit den staatlich gestützten Midstreamern als zentralem Baustein für stabile Preise und eine gesicherte Versorgung. Bei Umsetzung könnte der Plan Investitionen in Produktion, Infrastruktur und industrielle Transformation freisetzen – vorausgesetzt, es stehen ausreichend langfristige Finanzmittel bereit.

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